„Maibrinks Döchter oder De Treckerkomödie“

mb Emsbüren „Maibrinks Döchter oder De Treckerkomödie“ – Die bekannte emsländische Kurzgeschichte von Maria Mönch – Tegeder wurde jetzt in einer Fassung für plattdeutsches Theater von Peter Wallgram auf dem Heimathof Emsbüren uraufgeführt.

Die „Theatergruppe des Kulturkreises Kirchspiel Emsbüren“ spielte, tanzte und sang unter der Leitung von Peter Wallgram mit vollem Körper- und Stimmeinsatz, so wie man es sich für eine ländliche Komödie nur wünschen kann. Weitere Aufführungen sind geplant. 

Wie gewohnt war alles bestens vorbereitet. Die der Auffahrt gegenüber liegende Wiese war zu einem passablen Parkplatz umfunktioniert und im Hof der Anlage war eine angemessen große Tribüne direkt gegenüber von „Maibrinks Wohnzimmer“, aufgebaut worden, wo sich später ein Großteil des Geschehens entfalten sollte.

Aber mit des Wetters Mächten… Während die letzten Besucher ihre Karten oder ein stärkendes Getränk erstanden, ließ Petrus einen ersten Schauer über Gerechte und Ungerechte hinunterrauschen. Doch Emsländer lassen sich nicht von ein bisschen Regen schrecken!

Das machte Bürgermeister Bernhard Overberg überzeugend vor, als er gelassen zu seiner teilweise auf Plattdeutsch gehaltenen Begrüßung das Wort ergriff. Sein Dank gelte dem Kulturkreis Kirchspiel Emsbüren, der schon seit Jahren im Ort für die schönen Seiten des Lebens sorge. Dank auch dem Regisseur Peter Wallgram für die umfangreiche Bearbeitung des Stückes und die Einstudierung sowie allen Unterstützen und Förderern.

Mit einem Weckerklingeln bei Bauer Maibrink ging‘s los. Die Handlung kann kurz zusammengefasst werden in das sehr frei gefasste Zitat: „Aussteuer oder Trecker, das ist hier die Frage!“ Angesiedelt ist das Stück in der Zeit, die heute als die „gute alte“ bezeichnet wird, als mit der beginnenden Technisierung die ersten Trecker Einzug in die Dörfer hielten und allerlei Begehrlichkeiten weckten.
Und auf Maibrinks Hof reicht das Geld offenbar nicht sowohl für eine repräsentative Aussteuer für die jüngere Tochter als auch für einen eigentlich für die Erledigung der landwirtschaftlichen Arbeiten dringend benötigten Trecker.

Pralles Dorfleben, liebevoll ausgemalte Gestalten, hanebüchene Intrigen, Slapstick-Einlagen und viele heutige Anspielungen haben das Stück aufgebürstet und den Staub aus den Seiten geschüttelt. Es ist schon sehenswert was sich alles um Aussteuer und Trecker auf Maibrinks Hof verwickelt – und vor allem wie es sich entwickelt.

Das Ensemble ist in bester Spiellaune sowohl in den groben wie feineren Tönen. Herausragen Marie Maibrink (Anette Hüsing), die ihre Riesenrolle angesiedelt zwischen liebevoller Mutter und verschlagener Intrigantin erstaunlich authentisch füllt und Franz Lühle, der der Paraderolle als Maxe mit Tanz und Gesang individuelle Glanzlichter aufsetzt.

Das Stück ist keine Posse wie der „Herzog und sein Kumpan“ im Vorjahr wo man sich vor Lachen das Zwerchfell verrenkt und die Knie schließlich vom Schenkelklopfen schmerzen. Aber man kann doch einen ganzen Abend fröhlich und glücklich sein. Und natürlich findet alles trotz schlimmster Missverständnisse und Verwicklungen schließlich ein gutes Ende. Viel Applaus gab es am Ende des Stückes.

Foto Buschhaus

 

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